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Freie Wähler fordern klare Positionen
Seit über einem Jahr ziehen sich die Planungen für die Zukunft des
Radolfzeller Krankenhauses ohne greifbare Ergebnisse hin. Für die
Freien Wähler muss Radolfzell jetzt mit klaren Aussagen in die
weiteren Verhandlungen gehen. Stadtrat Walter Hiller: „Für uns ist
ganz klar weiterhin die Kooperation mit dem Krankenhaus in Singen
die erste Wahl.“ Nach dem Verkauf der Kliniken am Hochrhein
erscheint eine wirtschaftliche Gesundung des verbleibenden
Krankenhaus-Verbunds greifbar. Zusammen mit den externen Beratern
mache Peter Fischer als Geschäftsführer bei der Restrukturierung
gute Fortschritte und genieße das Vertrauen der Fraktion, so W.
Hiller.
Um die Zukunft des Radolfzeller Krankenhauses als Krankenhaus der
Grundversorgung mit 24-Stunden-Notfalldienst dauerhaft zu sichern,
sind aus Sicht der Fraktion Mindestvoraussetzungen nötig. Dazu
gehört der Erhalt der Geburtshilfe, weil damit automatisch eine
Notfallversorgung rund um die Uhr sichergestellt ist. Um
wirtschaftlich zu bleiben, müssen weiterhin zwei überregional
bedeutende medizinische Schwerpunkte am Radolfzeller Krankenhaus
eingerichtet werden. Ein Beispiel ist die Diabetologie, die seit
Jahren wegen ihres guten Rufs Patienten aus ganz Baden-Württemberg
anzieht. „Welche medizinischen Schwerpunkte mit überregionaler
Bedeutung in Radolfzell angesiedelt werden, ist mit dem künftigen
Partner abzustimmen“, so W. Hiller. Bereits seit längerem arbeiten
die Ärzte in Singen und Radolfzell daran, die medizinischen Angebote
zwischen beiden Häusern optimal zu verteilen.
Ebenso unverzichtbar ist eine verbindliche Aussage über die Höhe der
künftigen jährlichen Investitionen in Radolfzell. Schließlich gehört
eine getrennte Kosten- und Ertragsrechnung für alle Häuser und
Abteilungen zu den unverzichtbaren Forderungen der Freien Wähler.
Bisher gab es dies nicht, nur so lässt sich jedoch erkennen, wie
wirtschaftlich die einzelnen Krankenhäuser und Abteilung arbeiten.
Mit diesem Maßnahmenpaket kann das Radolfzeller Krankenhaus im
Verbund mit Singen aus Sicht der Freien Wähler mit einer
24-Stunden-Grund- und Notfallversorgung wirtschaftlich arbeiten.
Hinzu kommt, dass die Radolfzeller und die Einwohner der umliegenden
Hörigemeinden das Krankenhaus schätzen und für eine gute Belegung
sorgen.
Damit stehen die Freien Wähler hinter einer kommunalen Trägerschaft
wie bisher. „Nur wenn in den Verhandlungen mit Singen keine Einigung
über diese Maßnahmen erreicht wird, muss sich Radolfzell intensiv
mit anderen Möglichkeiten auseinandersetzen“, so Stadtrat Dr.
Kurt-Christian Tennstädt. Dies ist aus Sicht der Fraktion jedoch nur
die letzte Möglichkeit. In kommunaler Trägerschaft zusammen mit
Singen zu bleiben, ist für die Freien Wähler die beste Lösung. Ob
für Singen ein Verbund mit Radolfzell auf dieser Basis akzeptabel
ist, muss schnell geklärt werden. Falls nicht, drängt die Zeit um
Alternativen zu prüfen. Ein Bespiel dafür ist der Landkreis
Rottweil. Dort wurden drei Klinken über ein „qualifiziertes
Bieterverfahren“ an einen privaten Betreiber übergeben, nachdem die
Verhandlungen über eine kommunale Lösung gescheitert waren. De
Freien Wähler werden daher in den nächsten Sitzungen des
Stiftungsrats entsprechende Anträge stellen. W. Hiller: „Singen
fordert schon lange konkrete Aussagen von uns. Wir wollen diese
jetzt schnell liefern. Unser Maßnahmenkatalog ist ein zentraler
Punkt.“
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